Deutschland - Slowakei 1:3 (1:2)
Der beste Freund des Menschen ist der Regen:
Er wässert Felder und er tränkt das Vieh,
er reimt sich gut und taugt zur Poesie.
Allein beim Fußball kommt er ungelegen.
Er störte jüngst das Spiel der Deutschen gegen
die Slowakei und schaute sich die Nie-
derlage an. Egal wie Jogi schrie:
Vorn traf man kaum, und hinten stand ter Stegen.
Der griff am Ball vorbei, doch das passiert ihm
bei der EM gewiss kein zweites Mal.
Denn dort ist gottlob Neuer erste Wahl,
und außerdem war Deutschland stets Turnier-Team...
Mit Glück (ein Trost für die, die heut erschraken)
erspart ein frühes Aus uns die Slowaken.
Sonntag, 29. Mai 2016
Freitag, 27. Mai 2016
Zwei Gedichte für Kinder
I: Ermutigung
Du magst die Welt und findest bloß
das eine nicht zum Lachen:
Die Großen sind dir viel zu groß?
Oh, spiel jetzt nicht den Trauerkloß,
beherrsche dich und wein nicht los:
Da lässt sich etwas machen!
Kauf eine schöne Säge ein.
Dann hebe dich zu Taten!
Schneid die Erwachsnen kurz und klein,
kapp Bein um Bein um Bein um Bein!
(Doch bitte lass das Kürzen sein,
triffst du den Literaten.)
II: Lehrgedicht
Wer an der Straße steht und links/rechts schaut,
statt einfach optimistisch loszurennen
(ihr werdet solche Kinder sicher kennen!),
ist, weil er sich nicht so hinüber traut,
ein feiges Huhn. Und ebenso zu nennen.
Es ist nicht weiter schlimm, wenn ihr ihn haut.
Du magst die Welt und findest bloß
das eine nicht zum Lachen:
Die Großen sind dir viel zu groß?
Oh, spiel jetzt nicht den Trauerkloß,
beherrsche dich und wein nicht los:
Da lässt sich etwas machen!
Kauf eine schöne Säge ein.
Dann hebe dich zu Taten!
Schneid die Erwachsnen kurz und klein,
kapp Bein um Bein um Bein um Bein!
(Doch bitte lass das Kürzen sein,
triffst du den Literaten.)
II: Lehrgedicht
Wer an der Straße steht und links/rechts schaut,
statt einfach optimistisch loszurennen
(ihr werdet solche Kinder sicher kennen!),
ist, weil er sich nicht so hinüber traut,
ein feiges Huhn. Und ebenso zu nennen.
Es ist nicht weiter schlimm, wenn ihr ihn haut.
Dienstag, 5. April 2016
Hier könnte Ihr Tucholsky-Zitat stehen
Hier könnte Ihr Tucholsky-Zitat stehen
Was will und kann und soll und darf Satire?
Die Frage kannte ich zuvor noch nicht,
doch nach dem letzten Böhmermann-Gedicht
wird sie gestellt. Ich rekapituliere:
Die Deutschen mögen ihre Witze schlicht
und pädagogisch wertvoll (kein Geschmiere!).
Nur ein sensibler Dichter ist der Ihre,
und sanfter Spaß ist seine hehre Pflicht.
Es lohnt sich durchaus nicht, zu widersprechen;
man knicke vor den Gag-Experten ein,
gelobe, seine Pointen abzuschwächen,
und sich zu keiner Schmähung zu erfrechen:
Man sollte diesen Menschen erst verzeihn,
und ihnen danach alle Knochen brechen.
Was will und kann und soll und darf Satire?
Die Frage kannte ich zuvor noch nicht,
doch nach dem letzten Böhmermann-Gedicht
wird sie gestellt. Ich rekapituliere:
Die Deutschen mögen ihre Witze schlicht
und pädagogisch wertvoll (kein Geschmiere!).
Nur ein sensibler Dichter ist der Ihre,
und sanfter Spaß ist seine hehre Pflicht.
Es lohnt sich durchaus nicht, zu widersprechen;
man knicke vor den Gag-Experten ein,
gelobe, seine Pointen abzuschwächen,
und sich zu keiner Schmähung zu erfrechen:
Man sollte diesen Menschen erst verzeihn,
und ihnen danach alle Knochen brechen.
Mittwoch, 30. März 2016
Fieber-Sonett
Fieber-Sonett
Ich leide an Fieber, ich kann jetzt nicht dichten;
ach, flössen die Reime wie Nasenschleim raus!
Doch Literatur-Fans belagern mein Haus,
und hoffen, ich würd von der Grippe berichten.
So tobt und rumort es in sämtlichen Schichten:
»O Lyriker, denke dir bitte was aus,
und schenke uns Strophen. Wir schenken Applaus!« –
Es tut mir zwar leid, doch da müsst ihr verzichten.
Ihr wisst nämlich nicht, wie ein dichtender Mann fühlt!
Ihr ahnt kaum von hämmernden Schmerzen im Hals...
Indessen: Vertraut mir, kein Verslein klappt, falls
der Schädel sich so wie ein Lärmschutzwall anfühlt!
Ich kann jetzt nicht dichten, ich leide an Fieber.
Auch mir wär das Gegenteil dreißigmal lieber.
Ich leide an Fieber, ich kann jetzt nicht dichten;
ach, flössen die Reime wie Nasenschleim raus!
Doch Literatur-Fans belagern mein Haus,
und hoffen, ich würd von der Grippe berichten.
So tobt und rumort es in sämtlichen Schichten:
»O Lyriker, denke dir bitte was aus,
und schenke uns Strophen. Wir schenken Applaus!« –
Es tut mir zwar leid, doch da müsst ihr verzichten.
Ihr wisst nämlich nicht, wie ein dichtender Mann fühlt!
Ihr ahnt kaum von hämmernden Schmerzen im Hals...
Indessen: Vertraut mir, kein Verslein klappt, falls
der Schädel sich so wie ein Lärmschutzwall anfühlt!
Ich kann jetzt nicht dichten, ich leide an Fieber.
Auch mir wär das Gegenteil dreißigmal lieber.
Mittwoch, 17. Februar 2016
Telefonat
Telefonat mit ertrinkendem Elternteil auf Südamerika-Reise
»Ich hoff, dass du um Ufer weißt,
sonst wär ich dank Peru verwaist!«
»Ich hoff, dass du um Ufer weißt,
sonst wär ich dank Peru verwaist!«
Montag, 1. Februar 2016
AfD-Strategiepapier
AfD-Strategiepapier
Die Größe Deutschlands ist wohl weltbekannt:
O Ort des Fortschritts, Hort der Kompetenzen!
O Küsten, die hübsch blond und blau erglänzen,
o Fichtelberg, du grüner Diamant!
Was ich hier anführ, ließ sich noch ergänzen –,
O Kant, o Pfand, o Montagsdemonstrant!
Der Inhalt ist famos, und erst der Rand...:
Das Prächtigste an Deutschland sind die Grenzen!
Für unsre Wälder gibt es Schutzmaßnahmen,
für unsre klugen Köpfe gibt's Hartz IV.
Das ist okay, doch wie verfahren wir
mit denen, die zur Grenzverletzung kamen?
So: Schießbefehl! Auf dass (doch nur im Notfall!)
auch Frau Exot dank Schrot sehr tot vom Boot fall'.
Die Größe Deutschlands ist wohl weltbekannt:
O Ort des Fortschritts, Hort der Kompetenzen!
O Küsten, die hübsch blond und blau erglänzen,
o Fichtelberg, du grüner Diamant!
Was ich hier anführ, ließ sich noch ergänzen –,
O Kant, o Pfand, o Montagsdemonstrant!
Der Inhalt ist famos, und erst der Rand...:
Das Prächtigste an Deutschland sind die Grenzen!
Für unsre Wälder gibt es Schutzmaßnahmen,
für unsre klugen Köpfe gibt's Hartz IV.
Das ist okay, doch wie verfahren wir
mit denen, die zur Grenzverletzung kamen?
So: Schießbefehl! Auf dass (doch nur im Notfall!)
auch Frau Exot dank Schrot sehr tot vom Boot fall'.
Donnerstag, 28. Januar 2016
Lied des Leitartiklers
Lied des Leitartiklers
Das neue Jahr hat grad erst angefangen,
schon tut mein Zeigefinger höllisch weh.
Ich seh, sobald ich vor die Haustür geh,
zig Sorgen, die auf bangen Wangen prangen.
Der Januar ist noch nicht ganz vergangen,
und doch scheint alle Hoffnung längst passé.
Die Welt (Metapher!) wird zur Schnapsidee,
derweil die Stars mit langen Schlangen rangen.
Oh, was der Weltgeist mit uns plant, erfreut nicht:
Trump siegt und Baden-Württemberg zerfällt,
den DAX zerreißt's, weil Höcke Macht erhält;
und die EM gewinnen wir erneut nicht.
Die Erde kippt zuletzt ins Nukleare... –
Dies wird das beste Jahr der letzten Jahre!
Letzten Freitag erschien übrigens mein Pegida-Lied bei der Titanic.
Das neue Jahr hat grad erst angefangen,
schon tut mein Zeigefinger höllisch weh.
Ich seh, sobald ich vor die Haustür geh,
zig Sorgen, die auf bangen Wangen prangen.
Der Januar ist noch nicht ganz vergangen,
und doch scheint alle Hoffnung längst passé.
Die Welt (Metapher!) wird zur Schnapsidee,
derweil die Stars mit langen Schlangen rangen.
Oh, was der Weltgeist mit uns plant, erfreut nicht:
Trump siegt und Baden-Württemberg zerfällt,
den DAX zerreißt's, weil Höcke Macht erhält;
und die EM gewinnen wir erneut nicht.
Die Erde kippt zuletzt ins Nukleare... –
Dies wird das beste Jahr der letzten Jahre!
Letzten Freitag erschien übrigens mein Pegida-Lied bei der Titanic.
Montag, 18. Januar 2016
Couplet der Bürgerwehr
Couplet der Bürgerwehr
Der Wind weht kalt, wir werden bald
zur Minderheit gehören.
Der Syrer kam mit dem Islam,
um Deutschland zu zerstören!
Die Polizisten tuns nicht mehr:
Wir gründen eine Bürgerwehr!
Vor einem Jahr war der Gefahr
durchaus noch zu begegnen.
Dann kam der Tod per Flüchtlingsboot,
was ich den falschen Weg nenn.
Sie plündern uns den LIDL leer:
Wir gründen eine Bürgerwehr!
Jetzt herrscht Gewalt, es knallt und hallt:
Hör einer sich den Lärm an!
Die fremde Flut tut uns nicht gut.
(Das schreibt selbst Eva Herman:
Wem solln wir glauben, wenn nicht der?)
Wir gründen eine Bürgerwehr!
Man traut sich aus dem Haus kaum raus
in Kiel und Berchtesgaden:
Sie haun und klaun die Fraun. Den Brown-
ing ham wir schon geladen...
Das Schießen fällt auch gar nicht schw– hoppla, autsch, fuck! –
Wir gründen eine Bürgerwehr!
Verblendet schreit es auf: »Ihr seid
doch rechts!« – Wer das hört, lacht sich
die Augen aus dem Kopf heraus.
Wir rechts? Wir sind für Weib und Kind,
mit Herz und Hand fürs Vaterland,
für Sippenhaft und Marktwirtschaft,
und apropos: Wir müssen los.
Auf, Deutsche! 88!
Pardon, das war ein Zahlendrehr.
Wir gründen eine Bürgerwehr!
Der Wind weht kalt, wir werden bald
zur Minderheit gehören.
Der Syrer kam mit dem Islam,
um Deutschland zu zerstören!
Die Polizisten tuns nicht mehr:
Wir gründen eine Bürgerwehr!
Vor einem Jahr war der Gefahr
durchaus noch zu begegnen.
Dann kam der Tod per Flüchtlingsboot,
was ich den falschen Weg nenn.
Sie plündern uns den LIDL leer:
Wir gründen eine Bürgerwehr!
Jetzt herrscht Gewalt, es knallt und hallt:
Hör einer sich den Lärm an!
Die fremde Flut tut uns nicht gut.
(Das schreibt selbst Eva Herman:
Wem solln wir glauben, wenn nicht der?)
Wir gründen eine Bürgerwehr!
Man traut sich aus dem Haus kaum raus
in Kiel und Berchtesgaden:
Sie haun und klaun die Fraun. Den Brown-
ing ham wir schon geladen...
Das Schießen fällt auch gar nicht schw– hoppla, autsch, fuck! –
Wir gründen eine Bürgerwehr!
Verblendet schreit es auf: »Ihr seid
doch rechts!« – Wer das hört, lacht sich
die Augen aus dem Kopf heraus.
Wir rechts? Wir sind für Weib und Kind,
mit Herz und Hand fürs Vaterland,
für Sippenhaft und Marktwirtschaft,
und apropos: Wir müssen los.
Auf, Deutsche! 88!
Pardon, das war ein Zahlendrehr.
Wir gründen eine Bürgerwehr!
Sonntag, 10. Januar 2016
Tränen des Abendlandes
Tränen des Abendlandes anno 2016
Für Andreas Gryphius
Wir sind doch nunmehr ganz, ja mehr denn ganz verheeret!
Der frechen Völker Schar durchschreitet deutsche Aun.
Sie graun, radaun und klaun in Potsdam, Pirna, Plaun,
und andern Städten, die die Schule nie gelehret.
Die Türme stehn in Glut, der Dom ist umgekehret.
Die Turnhalln sind besetzt, der Gartenzaun: zerhaun,
die Jungfraun sind geschänd't, und wo wir hin nur schaun,
ist Feuer, Pest und Tod, den Merkel uns bescheret.
Hier durch die Facebook-Posts rinnt allzeit frisches Blut.
Die Syrer sollen bloß zurück zum Zuckerhut:
Nix Pharao, dies ist das Land der Nibelungen!
Doch kommen wir zu dem, was ärger als der Tod:
Die Freiheit ist bedroht, es herrscht ein Denkverbot,
und niemand hat mehr Mut zu Meinungsäußerungen.
Für Andreas Gryphius
Wir sind doch nunmehr ganz, ja mehr denn ganz verheeret!
Der frechen Völker Schar durchschreitet deutsche Aun.
Sie graun, radaun und klaun in Potsdam, Pirna, Plaun,
und andern Städten, die die Schule nie gelehret.
Die Türme stehn in Glut, der Dom ist umgekehret.
Die Turnhalln sind besetzt, der Gartenzaun: zerhaun,
die Jungfraun sind geschänd't, und wo wir hin nur schaun,
ist Feuer, Pest und Tod, den Merkel uns bescheret.
Hier durch die Facebook-Posts rinnt allzeit frisches Blut.
Die Syrer sollen bloß zurück zum Zuckerhut:
Nix Pharao, dies ist das Land der Nibelungen!
Doch kommen wir zu dem, was ärger als der Tod:
Die Freiheit ist bedroht, es herrscht ein Denkverbot,
und niemand hat mehr Mut zu Meinungsäußerungen.
Dienstag, 5. Januar 2016
Lobgesang
Lobgesang
Eine kritische Würdigung
Wie reich, ach!, ist die Welt an Sprengstoffgrobianen,
die rätselhaft agiern, gefährlich und verkopft.
Kaum legt man sich zur Ruh, schon hört man, dass es klopft,
und Bösewichte nahn, die Geiselnahmen planen.
Wie reich, ach!, ist die Welt an Pädo-Pyromanen,
an Angst und Mord und Blut, das literweise tropft.
Oft ist das Bier verhopft, der Ficus falsch getopft:
Ich hab wohl recht, wenn ich das Leben ›so lala‹ nenn.
Wie reich, ach!, ist die Welt an Foltervirtuosen,
an Neidern und an viel zu dicken Kommissarn,
die statt gen Weltkrieg nur zur Imbissbude fahrn.
Wie reich, ach!, ist die Welt zuletzt an ahnungslosen
Kulturexperten, die nichts wissen über Thriller.
Wer schützt uns, ja: Wer schießt die alle tot? Nick Tschiller!!!!
Eine kritische Würdigung
Wie reich, ach!, ist die Welt an Sprengstoffgrobianen,
die rätselhaft agiern, gefährlich und verkopft.
Kaum legt man sich zur Ruh, schon hört man, dass es klopft,
und Bösewichte nahn, die Geiselnahmen planen.
Wie reich, ach!, ist die Welt an Pädo-Pyromanen,
an Angst und Mord und Blut, das literweise tropft.
Oft ist das Bier verhopft, der Ficus falsch getopft:
Ich hab wohl recht, wenn ich das Leben ›so lala‹ nenn.
Wie reich, ach!, ist die Welt an Foltervirtuosen,
an Neidern und an viel zu dicken Kommissarn,
die statt gen Weltkrieg nur zur Imbissbude fahrn.
Wie reich, ach!, ist die Welt zuletzt an ahnungslosen
Kulturexperten, die nichts wissen über Thriller.
Wer schützt uns, ja: Wer schießt die alle tot? Nick Tschiller!!!!
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