Sonntag, 5. Mai 2019

Goethe in der Campagna

Goethe in der Campagna
 
Er streckt das längste linke Bein der Welt.
Das fällt auf Stein. Er hockt allein im Hain.
Die Reime flossen heut schon wie der Wein.
Der Wein floss schon beim Frühstück reichlich: Hält

auf Dauer keiner aus. Der Reflux prellt
ihn um Kaffee und Kuchen: sehr gemein.
Stier starrt er vor sich hin. Da fällt ihm ein:
Hab ich den Herd in Weimar ausgestellt?

Er ist seit Wochen fort. Was also tun?
Die Küche neben Annas Bücherei,
das gäb wohl eine hübsche Glut. Jedoch:

In Deutschland brennen keine Bücher! Nun
erhebt er sich, seufzt: Nichtstun ist vorbei.
Ein Drama schafft er heute Abend noch.

Donnerstag, 18. April 2019

Anderswo (6 und 7)

Der April geht "in die entscheidende Phase" (Handelsblatt), die aktuelle Ausgabe der Titanic ist dennoch weiterhin erhältlich. Auf Seite 7 reime ich einige Verse für Sahra Wagenknecht.

Und am 25. Mai bin ich einer von fünf Finalisten beim Großen Dinggang, einem Preis für komische Lyrik, der in Menden, der schönsten Stadt des Sauerlands, vergeben wird. Da es auch einen Publikumspreis gibt, bei dem es auf jede Stimme ankommen wird, lade ich alle LeserInnen herzlich ein. Anreise, Eintritt und Bier müssen allerdings selbst bezahlt werden.

Samstag, 13. April 2019

Sonntag, 30. Dezember 2018

Anderswo (5)

Am 8. Januar lese ich gemeinsam mit der Titanic-Redaktion im Frankfurter Club Voltaire und trage dabei ein paar Gedichte vor. Um 20:30 Uhr geht's los, kommt alle oder lasst es eben bleiben.

Donnerstag, 20. Dezember 2018

Sehr kurze Ballade

Sehr kurze Ballade über einen unerfahrenen Bahnreisenden


Er öffnete die Tür: Er stand,
bemerkte er, im Führerstand
und störte dort wohl wen:

»Mach hinne, dass du fort bist!« Roh
schrie der. Er floh gen Bordbistro
und ward nicht mehr gesehn.

Sonntag, 25. November 2018

Nachruf auf ein Smartphone

Nachruf auf ein Smartphone

Mein lieber Freund, es tut mir leid:
Ich lege dich zur Seite.
Wir hatten eine schöne Zeit,
doch schließlich ist es jetzt so weit:
Ich such, verzeih!, das Weite.

Dein Äußres war's, was für dich sprach;
dein Inneres nicht minder!
Doch leider ließ dein Akku nach,
und ständig keuchtest du »Gemach!«
bei Pinterest und Tinder.

Und darum wagte ich den Schritt,
dich endlich abzulösen. –
Nun darfst du selig und zu dritt
in irgendeiner Kiste mit
den andern Dingern dösen.

Mittwoch, 7. November 2018

Anderswo (4)

In der Ausgabe #90 des Fußballfachblattes Der tödliche Pass bin ich mit gleich acht Gedichten vertreten. Wer sich also für Verse über Themen wie Videobeweis, Fieldreporter und Kreisklasse-Schiedsrichter interessiert, sollte zuschlagen und sich dann an die guten Seiten (41-45) halten.