Donnerstag, 31. Oktober 2019

Horror-Karriere

Einst packte ich am Cello (wie 'n
versierter Cello-fellow) Wien.
Nun hocke ich an Halloween
daheim und hör mit Bello Ween.

Mittwoch, 2. Oktober 2019

Lied eines verliebten Fischverkäufers

Lied eines verliebten Fischverkäufers


Ich stehe schon um 7 Uhr im Wagen
    und warte, dass die Sonne wieder sinkt,
und hör, wie Kinder ihre Eltern fragen,
    weshalb es hier so stinkt.
Dann schau ich voller Sehnsucht hin
zu dir, Gemüsehändlerin!

Ich stehe da und falle fast in Schlummer:
    Den Kunden ist mein Angebot egal.
Sie gehn vorbei und schern sich nicht um Hummer
    und Scholle, Dorsch et aal. –
Du ahnst nicht, wie allein ich bin,
oh, du Gemüsehändlerin!

Ich stehe also gähnend hinterm Tresen
    und staune über die Geschwindigkeit,
mit der die Barsche auf dem Eis verwesen,
    und tu mir selbst so leid.
Nur eines gibt mir Halt und Sinn:
nur du, Gemüsehändlerin!

Und so gerat ich manchmal in Gedanken,
    und träum, dass mir per Boot die Flucht gelang:
Ich zerr mit Not mein Schleppnetz auf die Planken
    und prüfe meinen Fang.
Das Netz ist schwer. Was zappelt drin? –
Na: du, Gemüsehändlerin!

Montag, 2. September 2019

Dienstag, 25. Juni 2019

Gesponsertes Gedicht

Gesponsertes Gedicht 

Ich habe bezüglich der Schwüle
gemischte Gefühle. Und kühle
mein Mütchen bei tropischem Leid
am liebsten mit Fanta und Sprite.

Freitag, 21. Juni 2019

Anderswo (9)

Gute Nachrichten für alle Fans des Krim-Kongo-Fiebers und verwandter Krankheiten: Eine tropische Zeckenart, die das genannte Leiden überträgt, ist endlich in Deutschland angekommen, sie gilt als erfreulich aggressiv und kann »uns dutzende Meter weit verfolgen« (Focus Online). Na, wenn das kein Begrüßungsgedicht wert ist: Hallo, Hyalomma!

Dienstag, 28. Mai 2019

Anderswo (8)

Der Große Dinggang 2019 ist vorbei, die Jury- und Publikumspreisträger wurden geehrt, und nun ist auch die Anthologie zur bedeutendsten Kulturveranstaltung des Sauerlandes draußen: Neben Moritz Hürtgen, Ingo Neumayer, Stefan Pölt und Carsten Stephan habe auch ich 10 Gedichte beigetragen. Erhältlich ist sie standesgemäß überall.

Sonntag, 5. Mai 2019

Goethe in der Campagna

Goethe in der Campagna
 
Er streckt das längste linke Bein der Welt.
Das fällt auf Stein. Er hockt allein im Hain.
Die Reime flossen heut schon wie der Wein.
Der Wein floss schon beim Frühstück reichlich: Hält

auf Dauer keiner aus. Der Reflux prellt
ihn um Kaffee und Kuchen: sehr gemein.
Stier starrt er vor sich hin. Da fällt ihm ein:
Hab ich den Herd in Weimar ausgestellt?

Er ist seit Wochen fort. Was also tun?
Die Küche neben Annas Bücherei,
das gäb wohl eine hübsche Glut. Jedoch:

In Deutschland brennen keine Bücher! Nun
erhebt er sich, seufzt: Nichtstun ist vorbei.
Ein Drama schafft er heute Abend noch.