Mittwoch, 15. Januar 2020

RIP Schwertstör

Womöglich findet man in ein paar Jahren
auf einem Fischmarkt irgendwo am Fluss
nebst irgendwelchen andern nassen Waren
ein Exemplar, von dem es heißt: Er muss

in trüben Tiefen sich trotz zig Gefahren
noch tümmeln. Yeah, kein Schwertstör-Exitus!
Man ist sich allerdings nicht ganz im Klaren
und fürchtet, dennoch sei für ihn bald Schluss.

Man unternimmt deswegen Exkursionen
und saust den Jangtse schwimmberingt entlang
und hofft, er möge hier noch immer wohnen,

und betet bang und bringt dann hinterm Tang
fünfhunderttausend Störe jäh ans Licht.
Na ja, vermutlich nicht.

Montag, 23. Dezember 2019

Weihnachtssonett

Weihnachtssonett
Für den Klimawandel

Wie kühl der Wind weht und wie hübsch der Schnee fällt!
Nicht hier, na gut: doch anderswo bestimmt.
Hier hüpft man eben in die See und schwimmt,
bis man wie eine Weihnachtsente schwefelt.

Die Wärme drückt schon langsam auf das Sehfeld:
Was vor sich geht? Man sieht bloß, dass es glimmt.
Verbrannt der Baum, verflüssigt liegt der Zimt.
Das Wetter, schreibt die Tageszeitung, frevelt.

Ach, wenn nur wieder Winter wär wie früher!
Mit Glatteisunfälln statt mit Hitzetoten,
auf Rodelschlitten, nicht auf Segelbooten.

Dann nähm man wieder Kohl und Hühnnerbrüh her.
Nun bersten allen Autos die Zylinder.
In Swimmingpools verbrühen kleine Kinder.


Donnerstag, 5. Dezember 2019

Anderswo (11)

In der jüngst veröffentlichten Nr. 27 der Lyrikzeitschrift Das GEDICHT bin ich mit einem ausführlichen Gedicht gegen Naturdokumentationen vertreten.

Donnerstag, 31. Oktober 2019

Horror-Karriere

Einst packte ich am Cello (wie 'n
versierter Cello-fellow) Wien.
Nun hocke ich an Halloween
daheim und hör mit Bello Ween.

Mittwoch, 2. Oktober 2019

Lied eines verliebten Fischverkäufers

Lied eines verliebten Fischverkäufers


Ich stehe schon um 7 Uhr im Wagen
    und warte, dass die Sonne wieder sinkt,
und hör, wie Kinder ihre Eltern fragen,
    weshalb es hier so stinkt.
Dann schau ich voller Sehnsucht hin
zu dir, Gemüsehändlerin!

Ich stehe da und falle fast in Schlummer:
    Den Kunden ist mein Angebot egal.
Sie gehn vorbei und schern sich nicht um Hummer
    und Scholle, Dorsch et aal. –
Du ahnst nicht, wie allein ich bin,
oh, du Gemüsehändlerin!

Ich stehe also gähnend hinterm Tresen
    und staune über die Geschwindigkeit,
mit der die Barsche auf dem Eis verwesen,
    und tu mir selbst so leid.
Nur eines gibt mir Halt und Sinn:
nur du, Gemüsehändlerin!

Und so gerat ich manchmal in Gedanken,
    und träum, dass mir per Boot die Flucht gelang:
Ich zerr mit Not mein Schleppnetz auf die Planken
    und prüfe meinen Fang.
Das Netz ist schwer. Was zappelt drin? –
Na: du, Gemüsehändlerin!

Montag, 2. September 2019

Dienstag, 25. Juni 2019

Gesponsertes Gedicht

Gesponsertes Gedicht 

Ich habe bezüglich der Schwüle
gemischte Gefühle. Und kühle
mein Mütchen bei tropischem Leid
am liebsten mit Fanta und Sprite.