Der April geht "in die entscheidende Phase" (Handelsblatt), die aktuelle Ausgabe der Titanic ist dennoch weiterhin erhältlich. Auf Seite 7 reime ich einige Verse für Sahra Wagenknecht.
Und am 25. Mai bin ich einer von fünf Finalisten beim Großen Dinggang, einem Preis für komische Lyrik, der in Menden, der schönsten Stadt des Sauerlands, vergeben wird. Da es auch einen Publikumspreis gibt, bei dem es auf jede Stimme ankommen wird, lade ich alle LeserInnen herzlich ein. Anreise, Eintritt und Bier müssen allerdings selbst bezahlt werden.
Donnerstag, 18. April 2019
Samstag, 13. April 2019
Lied des Tenniskommentators
Lied des Tenniskommentators (Fragment)
Wenn sie den Point schafft,
endet die Freundschaft.
Wenn sie den Point schafft,
endet die Freundschaft.
Sonntag, 30. Dezember 2018
Anderswo (5)
Am 8. Januar lese ich gemeinsam mit der Titanic-Redaktion im Frankfurter Club Voltaire und trage dabei ein paar Gedichte vor. Um 20:30 Uhr geht's los, kommt alle oder lasst es eben bleiben.
Donnerstag, 20. Dezember 2018
Sehr kurze Ballade
Sehr kurze Ballade über einen unerfahrenen
Bahnreisenden
Er öffnete die Tür:
Er stand,
bemerkte er, im
Führerstand
und störte dort
wohl wen:
»Mach
hinne, dass du fort bist!«
– Roh
schrie der. Er floh
gen Bordbistro
und ward nicht mehr
gesehn.
Mittwoch, 7. November 2018
Anderswo (4)
In der Ausgabe #90 des Fußballfachblattes Der tödliche Pass bin ich mit gleich acht Gedichten vertreten. Wer sich also für Verse über Themen wie Videobeweis, Fieldreporter und Kreisklasse-Schiedsrichter interessiert, sollte zuschlagen und sich dann an die guten Seiten (41-45) halten.
Dienstag, 30. Oktober 2018
Filmgedicht: Der Exorzist
Der Exorzist
Hör dir lieber meinen Rat an:
Suche nie den Bund mit Satan,
denn das geht nur selten gut.
Äußerst schnell, du wirst schon sehen,
kann er dir den Kopf verdrehen,
und du spuckst, da hilft kein Flehen,
neongrünen Schleim und Blut.
Regan ahnte nichts vom Bösen,
ließ es unterm Bettchen dösen,
und da schritt es kühl zur Tat.
Regan klagte: »Das tut weh, Mann!«,
sah den Dämon als Problem an,
und sie fluchte wie ein Seemann,
dem man gegens Schienbein trat.
Ratlos staunten Psychologen:
Dieses Gör schien ungezogen,
und im Kopf ein wenig weich.
Also galt's, zu überlegen:
War die einst so süße Regan
überhaupt gesundzupflegen?,
denn sie wirkte schon recht bleich,
und sie schrie so diabolisch! –
Doch die Rettung war katholisch
und entsprechend kompetent:
Exorzisten (darum heißt der
Film auch so) und damit Meister
in der Wissenschaft der Geister
exorzierten exzellent. –
Ach, die Hirten fielen bei der
harten Gottesarbeit leider
an den schwefeligen Feind.
Doch die Story vom erlösten
kleinen Mädchen und dem größten
Leid mag dahingehend trösten,
dass nach Regan Sonne scheint.
Hör dir lieber meinen Rat an:
Suche nie den Bund mit Satan,
denn das geht nur selten gut.
Äußerst schnell, du wirst schon sehen,
kann er dir den Kopf verdrehen,
und du spuckst, da hilft kein Flehen,
neongrünen Schleim und Blut.
Regan ahnte nichts vom Bösen,
ließ es unterm Bettchen dösen,
und da schritt es kühl zur Tat.
Regan klagte: »Das tut weh, Mann!«,
sah den Dämon als Problem an,
und sie fluchte wie ein Seemann,
dem man gegens Schienbein trat.
Ratlos staunten Psychologen:
Dieses Gör schien ungezogen,
und im Kopf ein wenig weich.
Also galt's, zu überlegen:
War die einst so süße Regan
überhaupt gesundzupflegen?,
denn sie wirkte schon recht bleich,
und sie schrie so diabolisch! –
Doch die Rettung war katholisch
und entsprechend kompetent:
Exorzisten (darum heißt der
Film auch so) und damit Meister
in der Wissenschaft der Geister
exorzierten exzellent. –
Ach, die Hirten fielen bei der
harten Gottesarbeit leider
an den schwefeligen Feind.
Doch die Story vom erlösten
kleinen Mädchen und dem größten
Leid mag dahingehend trösten,
dass nach Regan Sonne scheint.
Dienstag, 11. September 2018
Anderswo (3)
Am 12.09.2018 erscheint im Verlag Antje Kunstmann die von Christian Maintz herausgegebene Anthologie Vom Knödel wollen wir singen. Kulinarische Gedichte. Neben anderen aufstrebenden Nachwuchsdichtern wie Rainer Maria Rilke, Christian Morgenstern und Thomas Gsella bin auch ich mit einem Gedicht vertreten. Daher lege ich hiermit allen Freundinnen und Freunden des Rosenkohls insbesondere die Seiten 68 und 69 ans Herz.
Mittwoch, 5. September 2018
Der Löwe
Der Löwe
Übertragung von »The African Lion« von A. E. Housman
Wenn sehr böse Kinder durch Wüsten spaziern,
dann schnappt manch ein Löwe gern zu;
doch artigen Kindern kann gar nichts passiern,
die lässt er natürlich in Ruh.
Und beißt er versehentlich doch mal ein Stück
aus dem Körper von so einem Kind,
dann spuckt er's gleich aus, denn er schämt sich zum
Glück,
und dann flieht er so schnell wie der Wind.
Ihr braucht, liebe Kinder, wenn euch einmal frech
ein Löwe begafft, nicht zu schrein,
denn er klaut euch sogar bei dem riesigsten Pech
nur den Kopf oder 'n einzelnes Bein.
Freitag, 31. August 2018
Depressives Morgenlied
Depressives Morgenlied
Der Tag
beginnt:
Ade, oh Nacht!
Ade, oh Nacht!
Die
Vögel sind
schon
aufgewacht.
Der
Wind weht sacht,
ja:
lind. Und in d-
er
Ferne lacht
ein
Kind.
Das
Dunkel weicht,
denn
wärmend streicht
der
Sonnenschein
durch
frühe Ruh
zum
Fenster rein: –
Doch
ach!, wozu?
Donnerstag, 19. Juli 2018
Der Radfahrer
Der Radfahrer
Der Berg ist steil. Die Abfahrt kurz.
Dann kommt er auf die Grade.
Nun naht das Ziel. Beginn des Spurts.
Es regnete. Das ist ihm schnurz.
Er tritt und tritt und tritt und Sturz.
Tja, schade.
Der Berg ist steil. Die Abfahrt kurz.
Dann kommt er auf die Grade.
Nun naht das Ziel. Beginn des Spurts.
Es regnete. Das ist ihm schnurz.
Er tritt und tritt und tritt und Sturz.
Tja, schade.
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