Mittwoch, 15. Januar 2020

RIP Schwertstör

Womöglich findet man in ein paar Jahren
auf einem Fischmarkt irgendwo am Fluss
nebst irgendwelchen andern nassen Waren
ein Exemplar, von dem es heißt: Er muss

in trüben Tiefen sich trotz zig Gefahren
noch tümmeln. Yeah, kein Schwertstör-Exitus!
Man ist sich allerdings nicht ganz im Klaren
und fürchtet, dennoch sei für ihn bald Schluss.

Man unternimmt deswegen Exkursionen
und saust den Jangtse schwimmberingt entlang
und hofft, er möge hier noch immer wohnen,

und betet bang und bringt dann hinterm Tang
fünfhunderttausend Störe jäh ans Licht.
Na ja, vermutlich nicht.

Donnerstag, 5. Dezember 2019

Anderswo (11)

In der jüngst veröffentlichten Nr. 27 der Lyrikzeitschrift Das GEDICHT bin ich mit einem ausführlichen Gedicht gegen Naturdokumentationen vertreten.

Donnerstag, 31. Oktober 2019

Horror-Karriere

Einst packte ich am Cello (wie 'n
versierter Cello-fellow) Wien.
Nun hocke ich an Halloween
daheim und hör mit Bello Ween.

Montag, 2. September 2019

Freitag, 21. Juni 2019

Anderswo (9)

Gute Nachrichten für alle Fans des Krim-Kongo-Fiebers und verwandter Krankheiten: Eine tropische Zeckenart, die das genannte Leiden überträgt, ist endlich in Deutschland angekommen, sie gilt als erfreulich aggressiv und kann »uns dutzende Meter weit verfolgen« (Focus Online). Na, wenn das kein Begrüßungsgedicht wert ist: Hallo, Hyalomma!

Dienstag, 28. Mai 2019

Anderswo (8)

Der Große Dinggang 2019 ist vorbei, die Jury- und Publikumspreisträger wurden geehrt, und nun ist auch die Anthologie zur bedeutendsten Kulturveranstaltung des Sauerlandes draußen: Neben Moritz Hürtgen, Ingo Neumayer, Stefan Pölt und Carsten Stephan habe auch ich 10 Gedichte beigetragen. Erhältlich ist sie standesgemäß überall.

Sonntag, 5. Mai 2019

Goethe in der Campagna

Goethe in der Campagna
 
Er streckt das längste linke Bein der Welt.
Das fällt auf Stein. Er hockt allein im Hain.
Die Reime flossen heut schon wie der Wein.
Der Wein floss schon beim Frühstück reichlich: Hält

auf Dauer keiner aus. Der Reflux prellt
ihn um Kaffee und Kuchen: sehr gemein.
Stier starrt er vor sich hin. Da fällt ihm ein:
Hab ich den Herd in Weimar ausgestellt?

Er ist seit Wochen fort. Was also tun?
Die Küche neben Annas Bücherei,
das gäb wohl eine hübsche Glut. Jedoch:

In Deutschland brennen keine Bücher! Nun
erhebt er sich, seufzt: Nichtstun ist vorbei.
Ein Drama schafft er heute Abend noch.

Donnerstag, 18. April 2019

Anderswo (6 und 7)

Der April geht "in die entscheidende Phase" (Handelsblatt), die aktuelle Ausgabe der Titanic ist dennoch weiterhin erhältlich. Auf Seite 7 reime ich einige Verse für Sahra Wagenknecht.

Und am 25. Mai bin ich einer von fünf Finalisten beim Großen Dinggang, einem Preis für komische Lyrik, der in Menden, der schönsten Stadt des Sauerlands, vergeben wird. Da es auch einen Publikumspreis gibt, bei dem es auf jede Stimme ankommen wird, lade ich alle LeserInnen herzlich ein. Anreise, Eintritt und Bier müssen allerdings selbst bezahlt werden.

Samstag, 13. April 2019

Sonntag, 30. Dezember 2018

Anderswo (5)

Am 8. Januar lese ich gemeinsam mit der Titanic-Redaktion im Frankfurter Club Voltaire und trage dabei ein paar Gedichte vor. Um 20:30 Uhr geht's los, kommt alle oder lasst es eben bleiben.