Montag, 2. September 2019
Anderswo (10)
Die Lüneburger Heide blüht! Weshalb das ein zu vernachlässigendes Naturspektakel ist, erkläre ich im Lyrik-Eckchen der Titanic.
Freitag, 21. Juni 2019
Anderswo (9)
Gute Nachrichten für alle Fans des Krim-Kongo-Fiebers und verwandter Krankheiten: Eine tropische Zeckenart, die das genannte Leiden überträgt, ist endlich in Deutschland angekommen, sie gilt als erfreulich aggressiv und kann »uns dutzende Meter weit verfolgen« (Focus Online). Na, wenn das kein Begrüßungsgedicht wert ist: Hallo, Hyalomma!
Dienstag, 28. Mai 2019
Anderswo (8)
Der Große Dinggang 2019 ist vorbei, die Jury- und Publikumspreisträger wurden geehrt, und nun ist auch die Anthologie zur bedeutendsten Kulturveranstaltung des Sauerlandes draußen: Neben Moritz Hürtgen, Ingo Neumayer, Stefan Pölt und Carsten Stephan habe auch ich 10 Gedichte beigetragen. Erhältlich ist sie standesgemäß überall.
Sonntag, 5. Mai 2019
Goethe in der Campagna
Goethe in der Campagna
Er streckt das
längste linke Bein der Welt.
Das fällt auf
Stein. Er hockt allein im Hain.
Die Reime flossen
heut schon wie der Wein.
Der Wein floss schon
beim Frühstück reichlich: Hält
auf Dauer keiner
aus. Der Reflux prellt
ihn um Kaffee und
Kuchen: sehr gemein.
Stier starrt er vor
sich hin. Da fällt ihm ein:
Hab ich den Herd in
Weimar ausgestellt? –
Er ist seit Wochen
fort. Was also tun?
Die Küche neben
Annas Bücherei,
das gäb wohl eine
hübsche Glut. Jedoch:
In Deutschland
brennen keine Bücher! – Nun
erhebt er sich,
seufzt: Nichtstun ist vorbei.
Ein Drama
schafft er heute Abend noch.
Donnerstag, 18. April 2019
Anderswo (6 und 7)
Der April geht "in die entscheidende Phase" (Handelsblatt), die aktuelle Ausgabe der Titanic ist dennoch weiterhin erhältlich. Auf Seite 7 reime ich einige Verse für Sahra Wagenknecht.
Und am 25. Mai bin ich einer von fünf Finalisten beim Großen Dinggang, einem Preis für komische Lyrik, der in Menden, der schönsten Stadt des Sauerlands, vergeben wird. Da es auch einen Publikumspreis gibt, bei dem es auf jede Stimme ankommen wird, lade ich alle LeserInnen herzlich ein. Anreise, Eintritt und Bier müssen allerdings selbst bezahlt werden.
Und am 25. Mai bin ich einer von fünf Finalisten beim Großen Dinggang, einem Preis für komische Lyrik, der in Menden, der schönsten Stadt des Sauerlands, vergeben wird. Da es auch einen Publikumspreis gibt, bei dem es auf jede Stimme ankommen wird, lade ich alle LeserInnen herzlich ein. Anreise, Eintritt und Bier müssen allerdings selbst bezahlt werden.
Samstag, 13. April 2019
Lied des Tenniskommentators
Lied des Tenniskommentators (Fragment)
Wenn sie den Point schafft,
endet die Freundschaft.
Wenn sie den Point schafft,
endet die Freundschaft.
Sonntag, 30. Dezember 2018
Anderswo (5)
Am 8. Januar lese ich gemeinsam mit der Titanic-Redaktion im Frankfurter Club Voltaire und trage dabei ein paar Gedichte vor. Um 20:30 Uhr geht's los, kommt alle oder lasst es eben bleiben.
Donnerstag, 20. Dezember 2018
Sehr kurze Ballade
Sehr kurze Ballade über einen unerfahrenen
Bahnreisenden
Er öffnete die Tür:
Er stand,
bemerkte er, im
Führerstand
und störte dort
wohl wen:
»Mach
hinne, dass du fort bist!«
– Roh
schrie der. Er floh
gen Bordbistro
und ward nicht mehr
gesehn.
Mittwoch, 7. November 2018
Anderswo (4)
In der Ausgabe #90 des Fußballfachblattes Der tödliche Pass bin ich mit gleich acht Gedichten vertreten. Wer sich also für Verse über Themen wie Videobeweis, Fieldreporter und Kreisklasse-Schiedsrichter interessiert, sollte zuschlagen und sich dann an die guten Seiten (41-45) halten.
Dienstag, 30. Oktober 2018
Filmgedicht: Der Exorzist
Der Exorzist
Hör dir lieber meinen Rat an:
Suche nie den Bund mit Satan,
denn das geht nur selten gut.
Äußerst schnell, du wirst schon sehen,
kann er dir den Kopf verdrehen,
und du spuckst, da hilft kein Flehen,
neongrünen Schleim und Blut.
Regan ahnte nichts vom Bösen,
ließ es unterm Bettchen dösen,
und da schritt es kühl zur Tat.
Regan klagte: »Das tut weh, Mann!«,
sah den Dämon als Problem an,
und sie fluchte wie ein Seemann,
dem man gegens Schienbein trat.
Ratlos staunten Psychologen:
Dieses Gör schien ungezogen,
und im Kopf ein wenig weich.
Also galt's, zu überlegen:
War die einst so süße Regan
überhaupt gesundzupflegen?,
denn sie wirkte schon recht bleich,
und sie schrie so diabolisch! –
Doch die Rettung war katholisch
und entsprechend kompetent:
Exorzisten (darum heißt der
Film auch so) und damit Meister
in der Wissenschaft der Geister
exorzierten exzellent. –
Ach, die Hirten fielen bei der
harten Gottesarbeit leider
an den schwefeligen Feind.
Doch die Story vom erlösten
kleinen Mädchen und dem größten
Leid mag dahingehend trösten,
dass nach Regan Sonne scheint.
Hör dir lieber meinen Rat an:
Suche nie den Bund mit Satan,
denn das geht nur selten gut.
Äußerst schnell, du wirst schon sehen,
kann er dir den Kopf verdrehen,
und du spuckst, da hilft kein Flehen,
neongrünen Schleim und Blut.
Regan ahnte nichts vom Bösen,
ließ es unterm Bettchen dösen,
und da schritt es kühl zur Tat.
Regan klagte: »Das tut weh, Mann!«,
sah den Dämon als Problem an,
und sie fluchte wie ein Seemann,
dem man gegens Schienbein trat.
Ratlos staunten Psychologen:
Dieses Gör schien ungezogen,
und im Kopf ein wenig weich.
Also galt's, zu überlegen:
War die einst so süße Regan
überhaupt gesundzupflegen?,
denn sie wirkte schon recht bleich,
und sie schrie so diabolisch! –
Doch die Rettung war katholisch
und entsprechend kompetent:
Exorzisten (darum heißt der
Film auch so) und damit Meister
in der Wissenschaft der Geister
exorzierten exzellent. –
Ach, die Hirten fielen bei der
harten Gottesarbeit leider
an den schwefeligen Feind.
Doch die Story vom erlösten
kleinen Mädchen und dem größten
Leid mag dahingehend trösten,
dass nach Regan Sonne scheint.
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