Dienstag, 11. September 2018
Anderswo (3)
Am 12.09.2018 erscheint im Verlag Antje Kunstmann die von Christian Maintz herausgegebene Anthologie Vom Knödel wollen wir singen. Kulinarische Gedichte. Neben anderen aufstrebenden Nachwuchsdichtern wie Rainer Maria Rilke, Christian Morgenstern und Thomas Gsella bin auch ich mit einem Gedicht vertreten. Daher lege ich hiermit allen Freundinnen und Freunden des Rosenkohls insbesondere die Seiten 68 und 69 ans Herz.
Mittwoch, 5. September 2018
Der Löwe
Der Löwe
Übertragung von »The African Lion« von A. E. Housman
Wenn sehr böse Kinder durch Wüsten spaziern,
dann schnappt manch ein Löwe gern zu;
doch artigen Kindern kann gar nichts passiern,
die lässt er natürlich in Ruh.
Und beißt er versehentlich doch mal ein Stück
aus dem Körper von so einem Kind,
dann spuckt er's gleich aus, denn er schämt sich zum
Glück,
und dann flieht er so schnell wie der Wind.
Ihr braucht, liebe Kinder, wenn euch einmal frech
ein Löwe begafft, nicht zu schrein,
denn er klaut euch sogar bei dem riesigsten Pech
nur den Kopf oder 'n einzelnes Bein.
Freitag, 31. August 2018
Depressives Morgenlied
Depressives Morgenlied
Der Tag
beginnt:
Ade, oh Nacht!
Ade, oh Nacht!
Die
Vögel sind
schon
aufgewacht.
Der
Wind weht sacht,
ja:
lind. Und in d-
er
Ferne lacht
ein
Kind.
Das
Dunkel weicht,
denn
wärmend streicht
der
Sonnenschein
durch
frühe Ruh
zum
Fenster rein: –
Doch
ach!, wozu?
Donnerstag, 19. Juli 2018
Der Radfahrer
Der Radfahrer
Der Berg ist steil. Die Abfahrt kurz.
Dann kommt er auf die Grade.
Nun naht das Ziel. Beginn des Spurts.
Es regnete. Das ist ihm schnurz.
Er tritt und tritt und tritt und Sturz.
Tja, schade.
Der Berg ist steil. Die Abfahrt kurz.
Dann kommt er auf die Grade.
Nun naht das Ziel. Beginn des Spurts.
Es regnete. Das ist ihm schnurz.
Er tritt und tritt und tritt und Sturz.
Tja, schade.
Sonntag, 1. Juli 2018
Donnerstag, 21. Juni 2018
Lehrgedicht
Lehrgedicht über den richtigen Umgang mit Außerirdischen
Wenn am Himmel Kugeln kreisen,
die mit kolossalen Strahlen
deinen Namen in die fahlen
abendlichen Wolken malen,
darfst du keinen Mut beweisen;
nein: Dann schleiche dich auf leisen
Sohlen fort
von diesem Ort.
Wenn im Garten UFOs landen,
denen Kreaturn entsteigen,
die drauf brennen, dir ihr eigen-
artiges Gefährt zu zeigen:
Lass das Angebot versanden,
tu als hättst du's nicht nicht verstanden,
lächle dumm
und dreh rasch um.
Wenn dich grüne oder graue
Wesen in ihr Raumschiff reißen,
dich auf den OP-Tisch schmeißen
und in deine Beine beißen;
dann, mein lieber Freund, vertraue
besser nicht aufs Glück, nein: Haue
ihnen auf
den Kopf. Und lauf!
Wenn am Himmel Kugeln kreisen,
die mit kolossalen Strahlen
deinen Namen in die fahlen
abendlichen Wolken malen,
darfst du keinen Mut beweisen;
nein: Dann schleiche dich auf leisen
Sohlen fort
von diesem Ort.
Wenn im Garten UFOs landen,
denen Kreaturn entsteigen,
die drauf brennen, dir ihr eigen-
artiges Gefährt zu zeigen:
Lass das Angebot versanden,
tu als hättst du's nicht nicht verstanden,
lächle dumm
und dreh rasch um.
Wenn dich grüne oder graue
Wesen in ihr Raumschiff reißen,
dich auf den OP-Tisch schmeißen
und in deine Beine beißen;
dann, mein lieber Freund, vertraue
besser nicht aufs Glück, nein: Haue
ihnen auf
den Kopf. Und lauf!
Donnerstag, 14. Juni 2018
Anderswo (2)
Eine knallharte WM-Analyse im runderneuerten Titanic-Newsticker: Flüchtige Buchmachergedanken. In den nächsten Wochen wird dort noch mehr folgen.
Donnerstag, 31. Mai 2018
Hilferuf
Hilferuf
Der
Dichter spricht,
lauscht
konzentriert!
»Wer
ein Gedicht
schreibt,
der verliert
die
Übersicht
und
manövriert
nur
schlicht und nicht
sehr
routiniert. –
So irr
ich blind
durchs
Labyrinth
des
Strophenbaus
und
rufe aus:
Ich
fürcht, ich find
hier
nicht mehr raus, ich will nach Haus zu Frau und Kind!«
Samstag, 19. Mai 2018
Geologisches Gedicht
Geologisches
Gedicht
Ich bin heut durch
die Zeit gereist,
doch ach!, ich bin
zu weit gereist:
Ich stecke im
Karbon.
Ich wollte Hitlers
Killer sein,
nun muss ich etwas
stiller sein:
Die Dinos lauschen
schon.
Ich scheiterte wie
Stauffenberg,
nun lauf ich leider
auffen Berg
und vor den Viechern
fort.
Jetzt jagen mich die
wütenden
behütenden (da
brütenden)
Gestalten durch den
Ort...
Doch eh man mich mit
Bissen schafft,
befrag ich noch die
Wissenschaft:
Ich dachte
eigentlich,
die kamen in der Trias auf? –
Sie fressen leider
my ass auf.
Das war's mit dem
Gedich
Mittwoch, 18. April 2018
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