Donnerstag, 4. Juni 2020

Erlebnis 2

Erlebnis 2: Wiederkehr
Wie alle Fortsetzungen mit noch schlechteren Dialogen

Aus Welten, deren Namen mir noch immer
   ein Rätsel waren, fiel am nächsten Tag
kein neues totes Wesen, nein: ein Schimmer*
durch die Gardinen in mein kleines Zimmer,
   wo ich, weil ich zu schlafen suchte, lag.

*: Statt Schimmer ging auch Flimmer oder Glimmer;
   die Worte sind
laut Duden synonym,               
sie klingen bloß in meinen Ohren schlimmer,   
daher verwend ich Flimmer/Glimmer nimmer.         
   Nein: Schimmer nenn ich dieses Ungetüm.            
(Im eigenen Gedicht bin ich Bestimmer.)  
 
        

Ich sah den Schimmer, da er näher schwebte:
   Er wirkte wie computeranimiert,
und zitterte mit einem Mal und bebte:
Um rauszukriegen, ob er wirklich lebte,
   besann ich mich und fragte intressiert,

woher er komme und zu welchem Ende:
   Der Schimmer schwieg (vielleicht verstand er nicht).
Ich schüttelte den Kopf und hob die Hände
aufs Fenster deutend, dass er rasch verschwände.
   Er zitterte erneut und warf mit Licht.

Der Schimmer warf mit Licht! und allerlei mir
   sehr fremden Dingen (doch primär mit Licht).
Dann sah er meinen Schrecken im Gesicht,
und wurde rot und piepste nur »Verzeih mir!«,
   als reichte das, und flog jäh fort. Ich nicht.



Für Teil 3 (Direct-to-video) ist Nicolas Cage angefragt.

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